Freitag, 17. November 2017

Aleppo-Seife DIY

Mein Post über meine selbstgemachte Aleppo-Seife gehört tatsächlich zu den am meisten gelesenen Posts hier.  Offensichtlich besteht doch ein Interesse daran, die berühmte Aleppo-Seife selbst zu machen. Ich zeige euch deshalb mal, wie ich sie herstelle.

Im Gegensatz zur echten Alepposeife wird meine Seife nicht gesiedet. Ich stelle sie im Kaltverfahren her. Dabei werden Öle und Fette mit Natronlauge verseift. Die Öle erhitze ich nur so weit, bis sie flüssig sind. Auch die Natronlauge lasse ich auf ca. 30 Grad abkühlen. 



Entsprechende Schutzkleidung ist ganz wichtig, denn weder Lauge noch Seifenleim sollten mit Haut und Augen in Berührung kommen.

Alepposeife besteht aus Olivenöl und Lorbeeröl, meist im Verhältnis 60 : 40. Außer den Ölen benötigt man nur noch Natriumhydroxid (NaOH) und destilliertes Wasser. 



Ich habe 220 Gramm vom dunkelgrünen Lorbeeröl und 330 Gramm Olivenöl genau abgewogen. 
Vom Seifenrechner (z. B. diesem) habe ich mir ausrechnen lassen, dass ich für meine Öle 184 Gramm Wasser und 71 Gramm NaOH benötige. Bei dieser Menge NaOH bleiben gut 5 % der Öle unverseift, wodurch die Seife pflegender für die Haut wird.



Das NaOH wird vorsichtig in das Wasser eingerührt. Die Lauge erhitzt sich schnell sehr stark. Da man die Dämpfe nicht einatmen sollte, erfolgt dieser Arbeitsschritt am besten draußen. Dort kann die Lauge dann auch gut abkühlen.



In der Zeit werden die Öle vermischt und so weit erhitzt, dass sie flüssig sind. 



Die Lauge wird dann in die Öle gerührt. Mit dem Pürierstab wird der Seifenleim gerührt, bis er dickflüssig geworden ist. Dann wird er in die Seifenform gefüllt.



Ich lasse meine Seifen dann gelen. Das ist ein chemischer Prozess, bei dem Hitze entsteht. Dadurch wird der Reifeprozess der Seife beschleunigt. Um das Gelen zu fördern, stelle ich die Seife an einen warmen Ort, dicht an den Heizkörper oder den Ofen. Die Seifenmasse erhitzt sich dann stark und wird gelartig. Danach darf sie auskühlen und nach 1 - 2 Tagen kann sie aus der Form genommen werden.



Ich habe meine "Alepposeife" in dicke Stücke geschnitten und zum Reifen ins Seifenregal gelegt. 
Da der Olivenölanteil bei dieser Seife sehr hoch ist, lasse ich sie sehr viel länger als andere Seifen trocknen. Beim letzten Mal habe ich mehr als ein Jahr gewartet, bevor ich sie benutzt habe.



Ich hoffe, ich hab das jetzt verständlich erklärt. Seife herzustellen ist wirklich nicht schwer.
Im Netz finden sich mittlerweile auch viele Seiten, auf denen die Seifenherstellung detailliert erklärt wird. Es muss ja nicht Aleppo-Seife sein, die sicher nicht Jedermanns Sache ist.

Liebe Grüße
Heike




Kommentare:

  1. Das Ergebnis, liebe Heike, sieht toll aus. Ich habe kürzlich von Alex ein Stück selbsthergestellte Seife geschenkt bekommen. Ich finde, dass sie viel zu schade zum Benutzen ist, jedenfalls vorerst. Ich muss noch googlen, weil ich das Wort 'Aleppo-Seife' noch nie gehört habe. Mich erstaunt, dass man so genau arbeiten und abwiegen muss. Dazu müsste ich meine noch nie benutzte Küchenwaage aus dem Keller holen.
    Liebe Grüße
    Edith

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank Edith. Handgemachte Seife ist was Feines. Du solltest deine unbedingt benutzen.
      Beim Seifemachen muss man sehr genau arbeiten. Wenn man zu viel Natronlauge verwendet, ist das schlecht für die Haut.
      LG Heike

      Löschen
  2. Hallo liebe Heike deine Alepposeife ist wunderschön die Farbe und die Form einfach toll, gefällt mir sehr.
    Dein Blog ist für mich Inspiration pur,deine Ideen einfallsreich aus den einfachsten Mitteln zauberst du Schönheiten.
    Ein Blog, der zum Schauen und zum Nacharbeiten einladet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank, Elisabeth. Es freut mich sehr, dass es dir hier gefällt.
      Die Seife bleibt leider nicht so schön grün. Mit der Zeit verfärbt sich das Äußere braun.
      LG Heike

      Löschen
  3. Liebe Heike,
    ich habe noch nie gelesen, wie man Seife selber herstellen kann. Es ist aber sehr verständlich, wie Du das erklärst. Ich sollte mich auch mal trauen, Seife herzustellen. Ich kaufe von Handwerkermärkten solche ähnliche Seifen sehr gerne.
    Liebe Grüße
    Loretta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Seife machen ist ein sehr schönes Hobby. Und man hat immer auch ein kleines Geschenk zur Hand.
      LG Heike

      Löschen
  4. Liebe Heike,
    ich verneige mich in Ehrfurcht! Deine Aleppos sehen farblich viel schöner aus als die Originale. Durch die Zustände in Syrien ist der Nachschub ja nicht mehr wirklich gewährleistet. Ich habe zum Glück noch genug gebunkert.
    Liebe Grüße
    Karen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Karen, auch meine Seifen werden leider mit der Zeit braun werden, so wie die echte Aleppo-Seife. Der grüne Farbstoff des Lorbeeröls ist wohl nicht lichtbeständig.
      LG Heike

      Löschen
  5. Wunderschön, was für ein fantastisches DIY! Du hast einen superschönen Blog, wie schön das ich dich heute gefunden habe! Liebste Grüsse, von Meisje

    AntwortenLöschen
  6. Tolle Seife! Hab noch nie Seife selbst gemacht, aber Deine Beschreibung motiviert mich zu einem Versuch. Woher beziehst Du Dein Lorbeeröl? Hab gegoogelt und nur seeeeehr hohe Preise für einen Fingerhut voll Öl gefunden.Liebe Grüsse, Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kaufe das Lorbeeröl online bei http://www.behawe.com.
      Lorbeeröl ist tatsächlich nicht billig. Aber Original-Alepposeife kommt dann doch noch mal teurer als die selbstgemachte.
      LG Heike

      Löschen
  7. Lieben Dank für die rasche Antwort. Ein schöner Laden. Und das Lorbeeröl ist erschwinglich... Noch eine Frage: Woher weiß ich, dass die Seife lange genug gelagert hat und hautfreundlich geworden ist?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Seife kann benutzt werden, sobald sie fest ist, also bereits am Tag nach der Herstellung. Frische Seife weicht aber schnell auf bei Wasserkontakt und verbraucht sich dann schnell. Seife mit einem hohen Olivenölanteil wird dann auch noch schleimig. Ich lasse sie deshalb ca, 1 Jahr lang trocknen. Normale Seife braucht nur ca. 6 Wochen zum Trocknen. Die Lagerzeit dient also nur dazu, dass die Seife trocknet und besser zu händeln ist.
      LG Heike

      Löschen
  8. Tausend Dank für die kompetente Antwort, Heike. Bin gespannt auf das Ergebnis! liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  9. Ist es möglich Lorbeerfett anstatt Lorbeeröl zu verwenden?
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Soweit ich weiß, ist das das gleiche. Lorbeeröl wird erst bei 38 Grad flüssig, ist also bei Zimmertemperatur fest. Daher wird es auch als Fett oder Butter bezeichnet.
      LG Heike

      Löschen
    2. Gan lieben Dank :)

      Löschen
  10. Heute habe ich im 3. weltladen zum 1. mal Alepposeife in der Hand gehabt und mich sofort in den würzigen Duft verliebt. Da ich seit ein paar Jahren auch Seife selber siede, möchte ich das unbedingt selber ausprobieren. Vielen Dank für den tollen Artikel
    Liebe Grüße Andrea

    AntwortenLöschen

Hinweis: Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.