Samstag, 12. Oktober 2019

Der alte Bilderrahmen und das Männlein aus dem Wald



Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,

Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.





Dieses alte Rätsellied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben schafft es wohl auch nach fast 200 Jahren noch, Verwirrung zu stiften. Für mich war das Männchen schon immer der Fliegenpilz. Da passt alles, der Wald, der rote Mantel und er hat auch nur ein Bein.





Das Männlein steht im Walde auf einem Bein

Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?


Bei der schwarzen Kappe könnte man dann zweifeln, habe ich aber nie getan. Und so habe ich erst sehr viel später erfahren, dass das Männlein die Hagebutte sein soll. Die dritte Strophe des Liedes, die Auflösung des Rätsels, kannte ich gar nicht.





Das Männlein dort auf einem Bein

Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.


Aber egal, mein Männlein bleibt der Fliegenpilz. Ihr könnt das halten, wie ihr wollt. Am alten Bilderrahmen sind nun beide vereint, ein Kranz aus Hagebutten und die Fliegenpilze aus Glas, die älter sind als ich. 




Hagebutten gibt es in diesem Jahr sehr viele hier an den Feldwegen. Da fällt es gar nicht auf, dass ich mir ein paar Zweige abgeschnitten habe. Für die Tiere bleiben noch genug.

Die Hagebutten habe ich mit Draht auf einen Ring aus Weinranken gebunden.



Die großen Glaspilze habe ich auch wieder hervorgeholt. Ganz schön viel Rot im Wohnzimmer. Aber wann passt diese Farbe besser als im Herbst? 



In der hölzernen Ziegelform gesellen sich zu den Fliegenpilzen Hortensienblüten und die hübschen Minihagebutten von Rosa multiflora. 









An diesem Wochenende ist der Sommer noch mal zurück gekommen. Wir werden mal im Wald schauen, ob wir echte Fliegenpilze finden.
Habt ein herrliches sonniges Wochenende.
Liebe Grüße
Heike


Verlinkt zu Loretta und Wolfgang, die das Herbstglück sammeln.

Sonntag, 29. September 2019

Gartenimpressionen im September

Wie ist das passiert, dass es so plötzlich Herbst geworden ist? Der September war noch lange richtig sommerlich. Und nun, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, tragen die Bäume auf einmal herbstliches Bunt. 










Ich tu mich immer schwer damit, den Sommer ziehen zu lassen. Ein kleines Trostpflaster ist der Regen, der in den letzten zwei Tagen gefallen ist. Längst noch nicht genug, denn hier hatte es seit vielen Wochen nicht mehr richtig geregnet. Aber immerhin muss erst mal nicht gegossen werden und ich konnte damit beginnen, einiges im Garten umzupflanzen. Das ist schon wieder ein größeres Projekt, aber davon erzähle ich ein anderes mal.





Heute gibt es erst noch mal Bilder aus dem Septembergarten, konservierten Sommer sozusagen, denn mittlerweile schleichen sich auch hier die Herbstfarben ein.






Der alte Apfelbaum fehlt noch immer. Wir haben jetzt aber ganz neue Ausblicke über die Gartengrenzen hinaus ins Feld und auf die riesige Linde der übernächsten Nachbarn.











Ich hoffe auf einen goldenen Oktober, Altweibersommer oder wie auch immer. Hauptsache sonnig und warm. Und mit Regen natürlich. Da fehlt noch einiges.











Liebe Grüße
Heike

Verlinkt zum Fachwerkhaus im Grünen. Dort wird das Herbstglück gesammelt.

Samstag, 14. September 2019

Edamame im Gemüsegarten

Experimente im Gemüsegarten sind nicht immer erfolgreich. So sind mal meine mühsam aufgezogenen Paprikapflanzen einem kalten und verregneten Sommer (ja, das gabs mal) zum Opfer gefallen. Uns als meine Mutter vor Jahren Pilze auf Strohballen züchten wollte, flog in der Ukraine ein Kernkraftwerk in die Luft. Die Pilze wuchsen gut, essen durften wir sie nicht.

Nachdem im letzten Sommer aber meine italienischen Schlangenzucchini so gut gewachsen sind, habe ich in diesem Jahr Sojabohnen angepflanzt.



Besonders auffällig sind sie nicht. Links vom Mais stehen die Buschbohnen und links davon die Sojabohnen. Aus der Nähe betrachtet sind die Pflanzen aber ganz hübsch. 


Ich habe sie in drei Etappen ausgesät, damit wir nicht alle Bohnen auf einmal essen müssen.
Die Blüten sind so unscheinbar, dass ich sie anfangs ganz übersehen hatte.


Aus den Blüten bilden sich dann Schoten, ähnlich den Erbsenschoten, nur ein bisschen pelzig.



Und wie kam ich nun dazu, Sojabohnen anzubauen? Nun, wir waren essen, dieses Frühjahr, als wir unseren Sohn besuchten. Der schlug uns ein japanisches Lokal vor und neugierig, wie wir sind, haben wir uns da durch die Speisekarte gefuttert. Es war alles lecker, aber ganz hin und weg war ich von der Schale mit Edamame als Vorspeise. 

Edamame sind unreif geerntete Sojabohnen. Sie werden mit der Schote gekocht und so in Japan oft als Snack serviert. Im Unterschied zu unseren Kartoffelchips sind sie nicht nur lecker, sondern auch gesund und kalorienarm.
Als ich dann kurze Zeit später einen Artikel in einer Gartenzeitschrift las, dass man Edamame auch hierzulande anbauen kann, habe ich mir gleich Samen bestellt. 

Mittlerweile habe ich schon drei mal geerntet. Die Schoten werden in Salzwasser 5 - 7 Minuten gekocht. Man kann sie dann mit Salz bestreuen und so servieren. Jeder pult sich die Bohnen dann selbst heraus. Das geht ganz leicht. Man drückt die Schote leicht und schon flutschen die Bohnen heraus. Das hat auch einen gewissen Unterhaltungswert, wenn die Bohnen mal über den Tisch hüpfen.


Wenn sich die Köchin erbarmt und alle Bohnen auspult, lassen die sich aber auch zu einem leckeren Salat verarbeiten. 




Ich habe die Edamame mit Möhren, Babyzucchini, Avocado, Zwiebel, Rucola und Schafkäse verbandelt. Das Dressing aus Sojasoße, Himbeeressig, Ingwer, Knoblauch, Salz und Olivenöl war etwas improvisiert, passte aber gut.



Das Gartenexperiment ist gelungen. Die Sojapflanzen sind recht anspruchslos. Dieser Sommer ist hier ja fast so trocken wie der letzte. Das haben die Pflanzen gut ausgehalten. Auf alle Fälle werde ich sie im nächsten Jahr wieder anpflanzen.


Liebe Grüße
Heike

Verlinkt zur Sommerglück-Linkparty von Loretta und Wolfgang.

Sonntag, 1. September 2019

Nachwuchs bei Schmetterlings

Vor einiger Zeit entdeckte ich zum ersten Mal einen Schwalbenschwanz-Schmetterling im Garten (den Post dazu findet ihr hier ). Ich habe ihn danach nicht noch mal gesehen, aber er hat uns etwas hinterlassen. Vor ein paar Tagen entdeckte ich nämlich drei Schwalbenschwanz-Raupen an meinen Fenchel-Pflanzen.



Wahrscheinlich bin ich schon tagelang an den kleinen Kerlchen vorbeigelaufen, ohne sie zu sehen. Sie sind nämlich schon ganz schön groß.





Die Fenchelstaude habe ich seit drei oder vier Jahren im Garten. Jedes Jahr gibt es ein paar Sämlinge. Die Raupen haben sich nun ausgerechnet vier Sämlingspflanzen ausgesucht, die etwas spargelig im Beet stehen. Dort wuchs eigentlich die Minze, die im Frühjahr aber komplett von grünen Käfern gefressen wurde. Die Fenchelpflanzen musste ich schon mal am Zaun anbinden und hätte sie fast schon herausgerissen.




Eine der Raupen ist seit gestern verschwunden. Ich hoffe, sie hat sich einen Platz zum Verpuppen gesucht und ist nicht gefressen worden. Trotz der orangenen Flecken sind die Raupen gut getarnt, einem gefräßigen Vogel können sie aber sicher nicht entkommen.




Zum Verpuppen verlassen die Raupen ihre Futterpflanze und suchen sich eine geeignete Stelle. Meine Raupen werden wohl erst im nächsten Frühjahr zu schönen Schwalbenschwanz-Schmetterlingen. Ich hoffe, sie kommen gut über den Winter.

Fenchel


Solange die Raupen am Fenchel knabbern, soll Frieda auf sie aufpassen. Ich fürchte aber, den Job nimmt sie nicht ganz ernst.




Liebe Sonntags-Grüße
Heike

Mein Gartenglück schicke ich zur Linkparty von Loretta und Wolfgang.

Samstag, 24. August 2019

Taglilien

Für die Taglilien neigt sich der Sommer dem Ende zu. An den Blütenstielen sind nur noch ganz wenige Knospen. Höchste Zeit, mal ein paar Bilder zu zeigen, die ich in der letzten Zeit gemacht habe.


Viele Jahre lang hatte ich nur namenlose orange blühende Taglilien im Garten. Die blühten sehr schön und ausdauernd, aber die Farbe mochte ich immer weniger. Deshalb habe ich vor vier Jahren die alten Pflanzen gegen neue ausgetauscht. Die blühen nun in wunderschönen violetten Farben.








Die Taglilien tragen viele Knospen an einem Stiel, die sich nach und nach öffnen. Das sorgt für eine lange Blütezeit. Einziges Manko der Taglilien ist, dass man regelmäßig die verwelkten Blüten absammeln muss. Der Optik wegen und auch, damit die Pflanze keine Samen bildet.




Eine der alten orangenen Taglilien steht nun in einem anderen Beet, wo die Farbe besser passt.



Neben dem Gartenhaus steht die zweifarbige "Frans Hals".



Die rote Taglilie steht in der Nähe der roten Rose. Die beiden passen ganz gut zusammen.



Dann gibt es noch eine Taglilie mit zarten gelben Blüten. Die habe ich vor Jahren als "essbare" Taglilie gekauft. Damals hatten wir in China Taglilienknospen gegessen, die sehr sehr lecker waren, das wollte ich zuhause auch haben. Aber in all den Jahren habe ich mich niemals dazu überwinden können, die Knospen zu ernten. 



Mittlerweile weiß ich, dass man alle Taglilien essen kann. Und nicht nur die Knospen, sondern auch die Blätter, die Blüten und die Wurzeln. Wäre aber doch irgendwie schade um die schönen Blüten.

Liebe Grüße
Heike

Verlinkt zum Fachwerkhaus im Grünen, wo wie immer das Sommerglück gesammelt wird.

Sonntag, 11. August 2019

Ausreißer und Einwanderer

Im Gemüsegarten hat es sich anscheinend herumgesprochen, dass dort regelmäßig Früchte und Beeren und sogar ganze Pflanzen auf Nimmerwiedersehen in unserer Küche verschwinden. Der eine und andere versucht nun nämlich auszubüxen.




Eine Gurkenpflanze hat eine Ranke durch den Zaun gemogelt und schon seilt sich die erste Gurke ins Staudenbeet am Hof ab.



Auch die Himbeeren versuchen, ein paar Äste über den Zaun in Sicherheit zu bringen, haben aber nicht bedacht, dass die roten Früchte von dieser Seite noch leichter zu ernten sind.



Die Tomaten stehen regengeschützt unter dem Vordach der Garage. Die vorderste will nun offenbar um die Ecke entwischen. Vielleicht ist sie aber auch nur neugierig, was auf dem Hof so los ist.



Der Kürbis, der ja von allen Gartenbewohnern am schnellsten unterwegs ist, wächst zum Glück weit entfernt vom Zaun. Da hat er noch einige Meter vor sich.



Ganz anders sieht es im "Blumengarten" aus. Hier finde ich ständig Pflanzen, die ich weder gesäht noch gepflanzt habe. Die kommen von "draußen" und finden es wohl ganz nett bei uns.

Auf der Bachseite möchte der Giersch unbedingt den schmalen Pfad zum Garten überwinden. Da hab ich ihn aber gut im Blick. Er bekommt dann eins auf die Mütze, versucht es aber trotzdem immer wieder.



Eine regelrechte Belagerung spielt sich hinter der hölzernen Sichtschutzwand zum Nachbarhaus ab. 



Dort kümmert sich schon lange niemand mehr und die Natur erobert sich das Grundstück zurück. Das kann sie meinetwegen gerne tun, wenn sie nicht dauernd versuchen würde, die Samen von Löwenzahn, Brennnesseln, Schöllkraut und vielem mehr in unseren Garten rüberzuschicken.



Wenn ich mir den Vorgarten nebenan betrachte, weiß ich jetzt schon, dass ich auch im nächsten Jahr ungezählte Goldruten-Sämlinge in unserem Garten rausreißen darf. Vielleicht sollte ich sie in Töpfe pflanzen und auf dem Markt verkaufen. Wer also gerne Goldrute im Garten hätte, kann sich nächstes Frühjahr bei mir melden 😁.




Ich wünsche euch einen sonnigen Sonntag.

Liebe Grüße
Heike


Verlinkt zur Sommerglück-Linksammlung von Loretta und Wolfgang